Geschichte

Hyronimus Saurer – Gründer der Bergrettung Stanzach

Das Bergrettungswesen in Österreich wurde 1896 gegründet (Alpiner Rettungsdienst des Deutschen und Österreichischen Rettungsdienstes). Die ältesten Aufzeichnungen, die auf den Bestand der Bergrettung Stanzach hinweisen, lassen sich bis in das Jahr 1920 zurückverfolgen. Als Begründer wird hier Hyronimus Saurer genannt. 1932 erfolgte die Übernahme der Rettungsgeräte durch Sattlermeister Emil Laugus. 1946 wurde der Österreichische Bergrettungsdienst gegründet und auch unsere Ortsstelle entsprechend umbenannt: ÖSTERREICHISCHER BERGRETTUNGSDIENST – ORTSSTELLE STANZACH.
1956 übernahm Kurt Laugus die Leitung unserer Ortsstelle. Obmann ab 1974 war Robert Winkler, ihm folgten ab 31.3.1980 Adolf Franzelin und ab 1.4.2000 Rudi Kuisle.

Seit 11.1.2009 heißt der Obmann Wolfgang Bauer, sein Stellvertreter Wolfgang Lausecker. Als Einsatz- und Ausbildungsleiter fungiert Eduard Köck, sein Vertreter ist Peter Haider. Die verantwortungsvolle Funktion des Sanwartes obliegt Hans-Peter Höfler. Die Vereinskasse sowie den Schriftverkehr (inkl. homepage-Betreuung) verwaltet Andi Bauer.

Die Bergrettung Stanzach besteht heute aus einer Gruppe von 14 aktiven Männern. Alle haben eine entsprechende Ausbildung absolviert, in Bergnot geratene Menschen rasch und wirkungsvoll zu bergen sowie Erste Hilfe zu leisten. Weitere 10 Männer sind im Status „passiv“. Dies sind ältere, verdiente Bergretter, die von der ersten Reihe zurückgetreten sind, aber immer noch wertvolle Dienste leisten, wenn´s wieder einmal „pressiert“.

Wenn man an einen Bergrettungseinsatz denkt, so stellt man sich meist die dramatische Bergung eines gestürzten Kletterers aus einer senkrechten Felswand vor. Dass diese Art der Bergung bei uns eher selten ist, bedingt der geologische Aufbau der Berge um Stanzach: das Gestein ist hauptsächlich Hauptdolomit, was aufgrund seiner Brüchigkeit ein sicheres Klettern kaum ermöglicht und somit als Klettergebiet gemieden wird.

Dafür reicht die Vegetation oft bis in die Gipfelregion. Steile Grasflanken bilden schmale Grate und immer wieder unterschätzen Bergsteiger und –wanderer die Gefährlichkeit dieser harmlos anmutenden Aufstiege. Gerade bei Nässe oder bei einem Wetterumsturz – verbunden mit weit hinabreichenden Schneefällen – mussten wir schon öfters verunglückten oder entkräfteten Bergtouristen zu Hilfe kommen.

Ein weiteres ungewöhnliches Einsatzgebiet stellt die Straße nach Namlos dar, auf der jeden Sommer etliche Motorradfahrer die Gefährlichkeit der kurvigen Bergstrecke unterschätzen und ihren „Feuerstuhl“ neben den Weg setzen – geradewegs in meist steil abfallendes Gelände. Hier müssen wir regelmäßig, gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Stanzach, verletzte Fahrer und demolierte Motorräder aus ihrer misslichen Lage bergen.

Im Winter finden die Berge und vor allem die Kare um Stanzach und Fallerschein immer mehr Besucher: Skitourengeher suchen hier einen tadellosen Pulverschneehang, um ihre Spur in den federweichen, staubenden Schnee ziehen zu können. Lange Anreisen werden dafür gerne in Kauf genommen. Und wenn gerade dann das Wetter (und somit die Schneeverhältnisse) nicht günstig ist? Viele gehen halt trotzdem, und dann passiert´s: donnernde Lawinen stürzen herab und reißen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellt.
Und wiederum können dann wir unser Leben riskieren und auf Lawinenkegeln – vor weitere Nachlawinen bangend -nach hoffentlich überlebenden Skibergsteigern suchen, deren Tour so brutal beendet wurde.
Viel Schicksal und Leid wird einem hier zuteil, aber auch viele freudige Stunden, wenn wir Menschen aus ihrer Not retten konnten, dürfen wir erleben!

So geben wir bei jedem Einsatz unser Bestes und freuen uns sehr, wenn ein Jahr vorbeigeht, in dem kein Mensch sein Leben in den so schönen Stanzacher Bergen verliert!

Wir wünschen allen Bergsteigern und Wanderern in unserem schönen Lechtal – vor allem DIR, liebe(r) BesucherIn unserer Homepage – herrliche Eindrücke, unvergessliches Gipfelglück und einen unfallfreien Heimweg.